Die Aufgabe des Swedenborg Verlags ist es, die Werke Swedenborgs und entsprechende Sekundärliteratur herauszugeben. Seine Aufgabe ist es nicht, die Ideen der Neuoffenbarung durch Lorber zu verbreiten. Dafür gibt es den Lorber Verlag und die Lorber Gesellschaft.

Wir veröffentlichen dieses Statement, weil außenstehende Beobachter zuweilen meinen, dass der Swedenborg Verlag denselben Standpunkt einnimmt wie das Swedenborg Zentrum Berlin, das explizit die Einbeziehung der Werke Lorbers in seine programmatische Ausrichtung vertritt. Doch der Swedenborg Verlag hält von solchen institutionellen Vermischungen nichts und praktiziert sie auch nicht.

Dass Lorberfreunde auch Kunden des Swedenborg Verlags werden, ist eine nachvollziehbare Entwicklung. Denn in den Schriften der Neuoffenbarung durch Lorber wird Swedenborg – nota bene vom Herrn selbst – anerkennend erwähnt. So heißt es bei­spiels­weise im zweiten Band der Himmelsgaben: »Swedenborg ist wahr und gut, solches kannst du glauben.« Jeder Bücherfreund stellt sich seine Auswahl selbst zusammen, und so erscheint Swedenborg in sehr unterschiedlichen Zusammen­stellun­gen: hier neben Lorber, dort neben Buddha, esoterischer Literatur oder der Bibel. In den Gemütern der Menschen mischen sich die verschiedensten Einflüsse. Das ist auf dieser Ebene ein ganz natürlicher Vorgang. Aber von einer Institution, die sich Swedenborg Verlag nennt, erwartet man zu Recht, dass sie die Werke Swedenborgs und entsprechende Sekundärliteratur anbietet und darin ihre Kompetenz entfaltet. Das Motto des Swedenborg Verlags lautet daher: Wo Swedenborg das Etikett ist, da ist Swedenborg auch der Inhalt.

Diese klare institutionelle Ausrichtung bedeutet keineswegs eine Tabuisierung Lorbers. Ja, es kann sogar zur Aufgabe des Swedenborg Verlags gehören, sich zum Phänomen Jakob Lorber eingehend zu äußern. Ein nachvollziehbares Beispiel dürfte die Erforschung der Wirkungsgeschichte Swedenborgs sein. Die Schriften Lorbers können als ein spezieller Fall derselben angesehen werden. Der Swedenborg Verlag praktiziert aber auch dann eine differenzierende Betrachtungsweise, indem er neben den inhaltlichen Gemeinsamkeiten auch die ebenso offensichtlichen Unterschiede herausarbeitet, von denen es zahlreiche und wesentliche gibt. Re­zep­tions­geschichte ist eben immer auch Modifikationsgeschichte.

Außerdem ermutigt der Swedenborg Verlag zu einem Umgang mit Offenbarungen, der historische Fragestellungen einbezieht. Das Schrifttum Swedenborgs wird wie dasjenige Lorbers den neuen Offenbarungen zugerechnet, wobei im Falle Swedenborgs nicht so klar ist, ob er noch ein Bibelexeget oder schon ein Neuoffenbarer ist. Doch unabhängig davon soll die Arbeit mit Offenbarungen nicht im Milieu einer fundamentalistischen Abschottung gegenüber anderen Wahrheitsbemühungen erfolgen, sondern in einem ständigen Gespräch mit relevanten Wissenschaften. Offenbarungen sind wie Samenkörner, die sich im Geist heutiger Menschen entwickeln wollen. Daher weist der Swedenborg Verlag auch auf ihre Verwurzelung in den Anschauungen ihrer Entstehungszeit hin. Das betrifft im Rahmen unserer Arbeit in erster Linie die Bibel und die Schriften Swedenborgs, kann aber sehr schön auch an den durch Lorber empfangenen Texten demonstriert werden.

Die zentralen Aufgaben des Swedenborg Verlags sind jedoch die Bereitstellung der theologischen Werke Swedenborgs und entsprechender Sekundärliteratur, die Aufarbeitung der Bibelexegese, Theologie und Spiritualität Swedenborgs in gegenwärtigen Diskursen, der Transfer englischsprachiger Swedenborgliteratur in den deutschsprachigen Raum und die Förderung der Auseinandersetzung und Erforschung Swedenborgs. Diese Übersicht zeigt, dass die Neuoffenbarung durch Lorber für den Swedenborg Verlag nicht zentral ist.